
04.11.26 –
Es gilt das gesprochene Wort.
Herr Vorsitzender, Sehr geehrte Damen und Herren,
ein Ratschlag bei großer Hitze lautet immer wieder: Suchen Sie einen kühlen Ort auf. Das klingt einfach. Aber was macht jemand, dessen Wohnung sich über Tage aufheizt und der keinen solchen Rückzugsort hat? Genau für diese Menschen ist unser Antrag.
Als wir ihn im August eingebracht haben, war Sommer. Jetzt beraten wir im Oktober darüber. Die Hitze ist aus unserem Alltag erst einmal verschwunden. Die Aufgabe, uns darauf vorzubereiten, bleibt. Gerade jetzt haben wir die Möglichkeit, vor dem nächsten Sommer zu klären, was wir in unserer Gemeinde konkret anbieten können.
Wie groß die Herausforderung bereits ist, hat uns dieser Sommer gezeigt: 2026 war in Hessen der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Und es ist zu erwarten, dass die kommenden Sommer noch heißer werden. In Darmstadt wurden an 15 Tagen Höchsttemperaturen über 35 Grad gemessen. Zusammengenommen mehr als zwei Wochen mit solcher Hitze. Auch die Nächte werden zunehmend zur Belastung: Die sogenannte Tropennächte sind in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden. In diesen Nächten sinkt die Temperatur nicht unter 20 Grad. Das erschwert die nächtliche Erholung nach heißen Tagen.
Wie ernst die Folgen dieser Hitze sind, zeigen auch die vorläufigen Schätzungen des Robert Koch-Instituts: Bis Anfang September gab es in Deutschland in diesem Jahr schätzungsweise rund 16.000 hitzebedingte Todesfälle. Dabei trifft Hitze Menschen sehr unterschiedlich. Entscheidend sind die Gesundheit, die Wohnverhältnisse und die Möglichkeiten, sich selbst zu helfen. Besonders gefährdet sind beispielsweise ältere Menschen, chronisch Erkrankte und kleine Kinder. Für unsere Fraktion gehört es zu den Aufgaben einer Gemeinde, gerade die Menschen im Blick zu haben, die sich selbst nur begrenzt helfen können.
Deshalb fragen wir uns: Was brauchen sie an solchen Tagen? Und welchen Beitrag können wir mit unseren Möglichkeiten leisten? Der Hessische Hitzeaktionsplan empfiehlt den Kommunen ausdrücklich, kostenlose kühle Räume während Hitzewellen bereitzustellen, insbesondere für besonders gefährdete Menschen. Unser Antrag greift diese Empfehlung auf. Wir wollen deshalb zunächst wissen, welche kühlen Aufenthaltsorte in Münster und Altheim bereits öffentlich zugänglich sind und ob vorhandene Räume dieses Angebot während Hitzeperioden sinnvoll ergänzen könnten.
Ausgangspunkt sind Räume, die aufgrund ihrer Bauweise oder Ausstattung bereits geeignet sein könnten. Die Prüfung soll klären, unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand wir sie während Hitzeperioden zugänglich machen können. Ergänzend sollen auch Räume von Kirchen, Vereinen oder sozialen Einrichtungen berücksichtigt werden, wenn diese sich freiwillig beteiligen möchten.
Unser Ziel ist, Menschen an besonders heißen Tagen für einige Stunden einen kühleren Aufenthaltsort anzubieten. Dazu gehören praktische Fragen: Sind die Räume gut erreichbar? Wann können sie öffnen? Gibt es Sitzgelegenheiten und Trinkwasser? Wie erfahren die Menschen von diesem Angebot? Und welcher organisatorische Aufwand und welche Kosten entstehen?
Genau dafür liegt dieser Prüfantrag vor. Auf dieser Grundlage können wir anschließend über ein konkretes Angebot und die dafür erforderlichen Mittel entscheiden. Wir wünschen uns, dass wir den Menschen im nächsten Sommer sagen können: Hier können Sie sich für eine Weile von der Hitze erholen. Hier dürfen Sie sich hinsetzen, etwas trinken und durchatmen.
Jetzt haben wir Zeit, die Voraussetzungen dafür zu klären. Diese Zeit sollten wir nutzen. Ich bitte Sie um Zustimmung zu unserem Antrag. Herzlichen Dank!
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