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Redebeitrag: Gemeindevertretung vom 24.08.2026

Hitzeschutzkonzept für die Kindertagesstätten und das Offroad

26.08.26 –

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren,

es ist kurz nach acht an einem heißen Sommertag. Eine Mutter bringt ihr Kind in die Kita. Sie muss zur Arbeit und verlässt sich darauf, dass ihr Kind dort gut betreut ist. Im Gruppenraum steckt noch die Hitze vom Vortag. Die Fenster waren offen, es wurde gelüftet, die Jalousien sind unten. Und trotzdem wird es schon am Vormittag wieder wärmer. Draußen ist es irgendwann auch keine Alternative mehr. Die Sonne brennt auf den Außenbereich, Spielgeräte und Flächen heizen sich auf, die UV-Belastung steigt. Also bleiben die Kinder drinnen – in Räumen, die sich immer weiter aufheizen.

Und mittendrin unsere Erzieherinnen und Erzieher. Sie sollen spielen, trösten, wickeln, Streit schlichten, pädagogisch arbeiten – und gleichzeitig ständig darauf achten: Hat jedes Kind genug getrunken? Ist jemand ungewöhnlich müde? Bekommt jemand Kopfschmerzen? Geht es einem Kind kreislaufmäßig nicht gut? Und die Eltern? Die sitzen bei der Arbeit und müssen darauf vertrauen können, dass Betreuung funktioniert.

Und dann kommt vielleicht die Nachricht aus der Kita: Wenn es irgendwie möglich ist, holen Sie Ihr Kind heute bitte früher ab. Weil sich die Räume so stark aufgeheizt haben, dass jeder froh ist über jedes Kind, das nicht noch weitere Stunden bei über 30 Grad dort verbringen muss.

Und was macht das mit Eltern? Man sitzt bei der Arbeit und weiß: Eigentlich müsste ich bleiben. Da sind Termine, Kolleginnen und Kollegen, Verpflichtungen. Gleichzeitig weiß man: Mein Kind sitzt gerade in einem völlig überhitzten Gruppenraum. Und natürlich möchte man es dann abholen. Das ist eine echte Zerreißprobe – für Mütter und Väter, die versuchen, Beruf und Familie jeden Tag irgendwie miteinander zu vereinbaren.

Der Sommer 2026 hat uns sehr deutlich gezeigt, was Hitze inzwischen bedeutet. Wochen mit Temperaturen über 30 Grad. Gebäude, die sich Tag für Tag weiter aufheizen. Nächte, in denen kaum noch Abkühlung stattfindet. Und jetzt, Ende August, ist es wieder angenehmer. Genau deshalb ist jetzt der Zeitpunkt zu handeln - nicht erst dann, wenn im nächsten Juni die Temperaturen wieder steigen. Wir müssen unsere Außenbereiche so gestalten, dass Kinder sich auch an heißen Sommertagen möglichst lange dort aufhalten können. Wir brauchen Schatten – durch Bäume, Sonnensegel und andere Verschattungsmöglichkeiten. Aber wir brauchen genauso Innenräume, in denen Kinder und Beschäftigte der Hitze entkommen können. Denn ein Baum, den wir heute pflanzen, ist wichtig - kühlt im nächsten Sommer aber noch keinen Gruppenraum. Deshalb brauchen wir langfristige Klimaanpassung – und Maßnahmen, die kurzfristig spürbar helfen.

Und dabei dürfen wir das Offroad nicht vergessen. Auch dort verbringen Kinder und Jugendliche ihre Nachmittage – in den Containern am Abtenauer Platz, direkt an einer stark versiegelten Fläche rund um die Skateranlage. Auch dort müssen wir uns fragen: Wo können Kinder und Jugendliche an einem heißen Sommertag eigentlich der Hitze entkommen? Wo finden sie Schatten? Und wie können die Räume des Offroads dann der kühle Rückzugsort sein, den sie brauchen?

Und ja: Das wird Geld kosten. Wer Hitzeschutz ernst meint, muss auch bereit sein, ihn zu finanzieren. Deshalb finden wir die ergänzten Punkt 7 und 9 besonders wichtig. Wenn wir im Sommer 2027 eine spürbare Verbesserung wollen, müssen wir den Schutz unserer Kinder vor Hitze jetzt zur Priorität machen. Und das bedeutet, die dafür notwendigen Mittel im Haushalt bereitzustellen.

Vielen Dank.

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