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Lärmschutzwand

Redebeitrag: Gemeindevertretung vom 24.03.2025

30.03.25 –

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren,

zwei Zitate aus der Geschichte passen zu diesem Thema, das viele Menschen in Münster bewegt und es hier zu einem Politikum wird: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ oder mit „Die Mauer muss weg!“.

Aber die eigentliche Frage ist nicht, ob wir eine Mauer oder in dem Fall Wand errichten, sondern warum. Diese Wand ist kein Symbol der Trennung, sondern ein Schutzschild – für die Menschen, die dort leben, für die, die noch dorthin ziehen, und ja, auch für die Natur.

Diese Entscheidung verdient eine sachliche und verantwortungsvolle Abwägung und sie können mir glauben – wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht.

Doch was erleben wir stattdessen? Die CDU hat zu Beginn gesagt, sie wolle aus dieser Entscheidung kein Politikum machen. Jetzt, wo sich drei Fraktionen positiv zur Lärmschutzwand äußern, nutzt sie genau diese Debatte, um andere schlecht dastehen zu lassen. Uns Grünen wird plötzlich vorgeworfen, der Natur- und Tierschutz sei uns egal. Uns allen wird unterstellt, wir würden die Bürgermeinung ignorieren.

Das ist aber nicht richtig. Ja, 154 Menschen haben gegen die Wand unterschrieben, 32 dafür. Aber Münster hat fast 15.000 Einwohner. Das sind 1% der Bürgerinnen und Bürger in Münster. Was wollen die anderen 99%? Ist das wirklich die Meinung der Mehrheit?

Wir nehmen diese Stimmen ernst, aber eine Entscheidung wie diese trifft man nicht einfach durch das Zählen von Stimmen. Man muss Argumente abwägen und da stellt sich die Frage:

  • Wiegt der freie Blick schwerer als der Schutz vor Lärm?
  • Denken wir nur an die aktuelle Situation oder auch an das, was in fünf, zehn oder 20 Jahren passiert?
  • Bleiben wir in der Gegenwart oder handeln wir mit Verantwortung für die Zukunft?

Fakt ist: Der Bahnverkehr wird zunehmen – und zwar besonders der Güterverkehr. Und nein, die neuen Züge werden nicht unbedingt leiser sein. Mit Blick auf die Verkehrswende wird und soll mehr Verkehr auf die Schiene kommen. Das heißt, die Belastung wird größer. Die Wand schützt nicht nur die heutigen Anwohner, sondern auch diejenigen, die in Zukunft dort leben.

Lärmschutz ist Gesundheitsschutz. Lärmschutz ist eine Investition in die Zukunft.

Mit Blick auf unsere Nachbarkommunen Dieburg und Babenhausen mit seinen Ortsteilen zeigt sich, dass dort  –  nach reiflicher Überlegung und anfänglichen Gegenstimmendem Projekt letztlich zugestimmt wurde. 

Es wird aktuell wieder wärmer, man hat die Fenster auch nachts wieder offen. Ich persönlich wohne im Helgolandring, also relativ nah an der Bahnlinie. Ich weiß also von was ich spreche – je nachdem wie der Wind steht beispielsweise – sind Züge schon sehr deutlich zu hören. Auch wenn es aktuell nur eine Minderheit war, die sich wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu Wort gemeldet hat - ignorieren und klein reden, darf man das nicht.

Und weil uns der Naturschutz natürlich nicht egal ist, müssen wir auch über die Auswirkungen auf Wildtiere sprechen. Denn Lärmschutzwände haben nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile für die Tierwelt:

  • Weniger Lärm bedeutet weniger Stress für Wildtiere – gerade für geräuschempfindliche Arten wie Vögel oder Rehe. Lärm stört ihr Kommunikationsverhalten und kann dazu führen, dass sie Lebensräume meiden.
  • Mehr Sicherheit – weniger Wildunfälle. Die Wand hält größere Wildtiere wie Rehe oder Wildschweine von der Bahnstrecke fern. Das schützt sowohl die Tiere als auch die Lockführer und Bahnreisende.
  • Schutz von Naturräumen. Weniger Lärmbelastung kann dazu führen, dass Tiere ihre gewohnten Lebensräume weiter nutzen, anstatt sie zu verlassen.

Auch unser Austausch mit dem NABU hat ergeben, dass aus Gründen des Naturschutzes nichts gegen die Errichtung der Wand spricht.

Angesichtes der regionalen Planungen und der zukünftigen Entwicklung von Münster muss man zwingend zum Schluss kommen, dass eine andere Entscheidung gar nicht getroffen werden darf.

Wir könnten uns heute von Stimmungen treiben lassen, davon, ob uns jetzt jemand gut oder schlecht findet oder schon zur Kommunalwahl schielen. Aber Politik bedeutet, über die nächste Wahl hinauszudenken. Und heute schon für Morgen zu handeln. Deshalb stimmen wir für die Lärmschutzwand.

Vielen Dank.

Kategorie

Soziales | Verkehr

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